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MIYUKI TSUGAMI

Künstler

Miyuki Tsugami 津上 みゆき

Als Landschaftsmalerin bezeichnet sich Tsugami Miyuki.  Doch ist sie keine, deren Gemälde dieser Einschätzung auf den ersten Blick entsprechen. Ihre farbintensiven Bilder, von kleinen bis hin zu wandfüllenden Formaten erinnern zunächst an Malerei in bester Tradition der abstrakten Moderne. Voluminöse Gewichtungen von leuchtenden Farbfeldern, Spuren dynamischer Striche, Farbverwehungen und Farbballungen in manchmal kleinteiliger, manchmal großzügiger Bildaufteilung dominieren ihr beeindruckendes Werk. Auch wenn gelegentlich vage Erinnerungen an Figürliches und Gegenständliches auftauchen, Andeutungen von räumlicher Tiefe sich bemerkbar machen, ändert dies wenig am ersten Eindruck von Abstraktion. Wo bleibt die Landschaft?

Entgegen dem ersten Eindruck sind Tsugamis Gemälde Zeit-Bilder in der Landschaft, die stets von einer konkreten Zeit aus den Blick zurück in vergangene Zeiten weiten. Da gibt es immer ein festgesetztes Datum mit einer ebenso festgesetzten Uhr-Zeit. Zu diesem Zeitpunkt hält sich die Künstlerin in der Landschaft an einem bestimmten Ort auf, an dem sie eine erste Skizze anfertigt. Eine Skizze mit Wiedererkennungswert - man sieht den Baum, die Wolke, blickt auf die Weite einer Landschaft. Doch wohin blickt die Künstlerin? Dorthin, wo sie optisch wenig sieht, aber viel spürt: in den der aktuellen Uhrzeit vorangegangen Lauf der Zeiten, in gelebte Leben, in kulturelle wie landschaftliche Veränderungen und einschneidende Ereignisse. Später, in ihrem Studio verwandeln sich die Skizzen in erste Entwürfe, nun weitaus weniger konkret, eher lichter, ephemerer und mit Konzentration auf wenige flüchtige Bildflächen. Am Ende dann steht das Gemälde, Resultat einer Vielzahl an Empfindungen, die den Wechsel der Zeiten in der Landschaft in einen Zeit-Raum von Farben verwandelt.