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    • NEUER ONLINE SHOP / HIROSHI TAKEDA T-SHIRT EDITION
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      26.06.2020

      Es ist uns eine große Freude, Ihnen mitteilen zu können, dass unser Online Shop ab sofort für Sie bereit steht. Wir eröffnen diesen mit einer sommerlichen T-Shirt Edition, die in Zusammenarbeit mit unserem Künstler Hiroshi Takeda entstanden ist. Ausgangspunkt für das Design ist Takedas Gemälde portrait 01 aus dem Jahr 2009, das den Beginn einer ... mehr lesen
      Es ist uns eine große Freude, Ihnen mitteilen zu können, dass unser Online Shop ab sofort für Sie bereit steht. Wir eröffnen diesen mit einer sommerlichen T-Shirt Edition, die in Zusammenarbeit mit unserem Künstler Hiroshi Takeda entstanden ist. Ausgangspunkt für das Design ist Takedas Gemälde portrait 01 aus dem Jahr 2009, das den Beginn einer bis heute andauernden, künstlerischen Suche nach der Bedeutung des Portäts im 21. Jahrhundert markiert. Jedes T-Shirt besteht aus 100% Biobaumwolle und wurde lokal von Hand mittels eines hochwertigen Siebdruckverfahrens bedruckt. Es sind drei verschiedene Farbkombinationen in den Größen S, M, L verfügbar. 

      Zukünftig bieten wir Ihnen ebenfalls eine Auswahl an zeitgenössischer Malerei, Zeichnung, Fotografie und Bildhauerei sowie andere limitierte Editionen unserer Künstlerinnen und Künstler an. Unsere zuverlässigen Versandpartner stellen zudem sicher, dass diese gut verpackt und ausreichend versichert direkt an Ihre Haustür geliefert werden! Das Online-Angebot wird schrittweise erweitert. Über Neuigkeiten informieren wir Sie über unseren Newsletter.

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    • REDISCOVERY OF THE WEEK Teil 3: Shingo Yoshida "Réprouvé" ("ausgestoßen")
      Neues

      18.06.2020

      ■ Link zum Film "Réprouvé" (7 Min 44 Sek) https://www.shingoyoshida.com/movie-installation?pgid=jrqq2jxg-2013980c-8f8c-4381-adba-516027d7a2dc Mikiko Sato Gallery (MSG): Dieses Werk entstand 2018 auf einer Müllhalde auf einem leeren Grundstück am Rande der Stadt Calama (Chile). Warum bist du dorthin ... mehr lesen
      Mikiko Sato Gallery (MSG): Dieses Werk entstand 2018 auf einer Müllhalde auf einem leeren Grundstück am Rande der Stadt Calama (Chile). Warum bist du dorthin gegangen und warum hast du diese Art von Ort gewählt?
       
      Shingo: Ein Freund aus Chile, den ich in Berlin kennengelernt habe, erzählte mir von dem Kunstfestival SACO7 (Antofagasuta) und fragte mich, ob ich während des Aufenthalts dort an dem Festival teilnehmen möchte. Er erzählte, dass seine Mutter in der Wüste lebt, die der trockenste Ort der Welt ist und ich war von der Idee angetan, dort als Stipendiat zu arbeiten. Also stimmte ich zu.

       
      MSG: Hunde erscheinen in verschiedenen Szenen deiner Arbeit.  Hunde, die auf den Straßen und auf einer Müllhalde herumtollen, Hunde als Verkleidung für ein Fest, Hunde, die Autos auf den Straßen hinterherrennen. Könnte es sein, dass der Hund in deinem Werk ein Medium für etwas ist? Oder haben Hunde eine besondere Bedeutung für die Bewohner dort?
       
      Shingo: In Entwicklungsländern ist das kein besonderer Anblick, sondern Alltag. Ich denke, auch im Nachkriegsjapan und -europa gab es bis zur Stabilisierung der öffentlichen Sicherheit und der Wirtschaft streunende Hunde auf den Straßen.
      Auch Tiere haben ihre eigenen Territorien und eine Art "Gesellschaft", die für Menschen nicht leicht zugänglich sind.
      Vielleicht werden es eines Tages in der Zukunft die Tiere sein, die durch extreme Modernisierung und die Torheit der menschlichen Herrschaft vertrieben werden.
      Das neue Coronavirus hat aber deutlich gemacht, dass der Mensch schwach ist und dass sich die Position von Mensch und Natur umkehren kann. Das heißt, in der Natur ist die Position der Menschen umgekehrt: Wir sind das schwächste Tier der Welt. Zum Beispiel sind im Amazonasgebiet die Ameisen am stärksten und der Mensch am schwächsten, und wenn ich den Fuß auf einen Ameisenschwarm setzen würde, wäre ich der Schwächste. Sie klettern schnell über den ganzen Körper, und selbst wenn ich sie abbürsten würde, würde mein Körper von den Zangen der Ameisen blutig gebissen werden. Aber auch Insekten haben ihre Feinde, zum Beispiel Bakterien oder Viren, die als Parasiten in ihnen leben.
      Wenn uns Menschen eine Naturkatastrophe passierte, haben wir Menschen uns früher gefragt, ob es ein Werk eines Gottes, eines Dämons oder eines Geistes ist. So haben wir bis vor Kurzem gelebt während die Zivilisationen entstanden sind. Jetzt, angesichts der entwickelten Wissenschaft und Gesellschaft, vertrauen die Menschen immer mehr nur dem, was sie sehen können. Wie die Pest im Mittelalter, eine Krankheit, die unsichtbar ist, oder Pockenvirus aus Spanien, welches das Inka- und Aska-Reich zerstörte, spielt für das neue Coronavirus keine Rolle, welcher Gesellschaft, Rasse, Beruf oder Nation wir angehören. Für diese Parasiten ist es einerlei, ob wir arm oder reich sind. Und vielleicht sind aus der Sicht der Keime und Viren wir Menschen die Parasiten.

       
      MSG: Dass der Film auf Close-ups von Gesichtern der "Minderheiten" verzichtet, führt dazu, dass die Zuschauenden die Szenen als etwas sehen können und unmittelbar erfahren können bzw. müssen, ohne in Orientalismus zu verfallen. Der Zuschauende ist um so mehr auf sich selbst gestellt, die Bilder zu verstehen.
       
      Shingo: Ich hoffe, dass die Implikation des Titels auch dem Verständnis des Werks beiträgt: "ausgestoßen". Ich wollte nicht einfach sagen, dass das Volk ausgestoßen ist, sondern vielmehr die gesamte Umwelt und Gesellschaft thematisieren, die das Land umgibt.
      In den letzten Jahren, während die Welt zunehmend reicher, bequemer und fortschrittlicher geworden ist, was auch gute Seiten hat, verschwinden oder verblassen auf der anderen Seite kleine Kulturen aufgrund der beschleunigten Globalisierung.
      Ich habe mich schon immer für die mikrogesellschaftliche Kulturen interessiert, die die Grundlage der Wirtschaft bilden. Deshalb habe ich mich auf Kultur, Legenden, Mythen und das tägliche Leben der Menschen, die in diesen kleinen Gebieten leben, sowie auf die natürliche Umwelt konzentriert und versuche, mich den Eindrücken der Natur bewusst auszusetzen und zugleich die Ohnmacht der Menschen festzustellen.

       
      MSG: Im Film taucht eine spektakuläre Wüstenlandschaft auf. Wie war es, dort zu sein?
       
      Shingo: Meine Forschungsarbeiten fanden in der chilenischen Atacama-Wüste statt, dem nördlichsten Teil Chiles und dem trockensten Ort der Welt. Man sagte mir, dass die NASA hier trainiert hat, wegen der ähnlichen Bedingungen wie auf dem Mars.
      Man sagt auch, es sei der beste Ort, Sterne zu betrachten, weil die Luft dort die klarste der Welt ist und es gibt diese riesige Teleskopanlage "Alma-Teleskop". Sie wurde in 5.000 Metern Höhe in Chile gebaut und wurde 2011 für wissenschaftliche Beobachtungen in Betrieb genommen. Wie ist das Sonnensystem, in dem wir leben, entstanden? Gibt es Grundlagen des Lebens außerhalb der Erde? Das sind Fragen, die sich die Menschheit seit Langem stellt und diese Anlage ist an der vordersten Front dabei. Neulich war in den Nachrichten zu lesen, dass dort ein Schwarzes Loch zum ersten Mal fotografiert wurde.
      Aber gegenwärtig ist die Atacama-Wüste stark verschmutzt. Dort sind Minen für Lithium und andere Rohstoffe, die für unser modernes Leben unerlässlich sind. Ohne sie wäre es bestimmt nicht möglich gewesen, das Teleskop zu bauen. In dem riesigen Brachland, das ich gefilmt habe, wird eine Menge Müll weggeworfen. Dort leben sogenannte Zigeuner, Staatenlose, die in Zelten leben, und es ist auch das Territorium der streunenden Hunde.
      Man muss mit streunenden Hunden verhandeln und auskommen, um dort zu filmen, weil es ihr Territorium ist.
      Die Landrechte auf der Erde wurden eigentlich immer so verhandelt. Die Grenzen des Grundstücks oder Territoriums, die aus menschengemachten wirtschaftlichen Gründen entstanden sind, spielen dabei keine Rolle.

       
      MSG: Was hat dich zu diesem Film inspiriert?
       
      Shingo: Ich habe mich von der Flagge "Wiphara"* inspirieren lassen.
      Einst blühten in Südamerika die Anden-Hochkluturen. Diese traditionelle Flagge mit dem Namen "Wiphara" wird von den Aymara, einem indigenen Volk der Andenregion Südamerikas, bis heute verwendet.
      Jede Farbe hat eine Bedeutung in Bezug auf die Menschheit und Erde.
      Es gibt viele Theorien über diese Flagge, aber sie ist auch heute noch ein hoch geachtetes Symbol in Südamerika. Auf der anderen Seite leidet die Gesellschaft Südamerikas in Realität mit ihrem extremen Kapitalismus.
       
      * Wiphara: https://en.wikipedia.org/wiki/Wiphala
       
      Es ist eine schlichte, farbenfrohe und quadratische Flagge, die aus sieben andersfarbigen Quadraten besteht: rot, orange, gelb, weiß, grün, blau und violett. Diese Farben werden als die Farben des Regenbogens gesehen und haben jeweils folgende Bedeutungen:
       
      Rot – Erde
      Orange - Gesellschaft und Kultur
      Gelb – Energie
      Weiß - Zeit und Logik
      Grün - Natürliche Ressourcen und Reichtum
      Blau - das schöpferische Prinzip des Universums und der Welt
      Violett - Politik und Ideen

       
      MSG: Im Film tauchen Dinge auf, die ihre ursprüngliche Funktion und ihren Wert verloren haben, wie Flaschen und ausrangierte Waschmaschinen – Warum finden wir diese Dinge schön?
       
      Shingo: Es ist schwer, die Sympathie für Werte wie Schönheit zu erklären, denn jeder hat seinen eigenen Geschmack, aber wenn wir etwas schön finden, das weggeworfen wurde, liegt es vielleicht an der Absurdität, die aus der Kombination von dem Ort und den dort abgelegten Dingen entsteht.

       
      MSG: Da ist ja diese Szene, in welcher der Wind weht und die einsamen Töne der leeren Bierflaschen zu hören sind – Du meintest ja, dass die leeren Flaschen alle erst rumlagen und dass du sie eine nach der anderen aufgestellt hast. Was für eine Landschaft wolltest du schaffen? Für mich fühlt sich diese von dir erschaffene, verwandelte Landschaft, ja diese Installation aus leeren Flaschen und dem Wind, wie ein heiliger Ort an.
       
      Shingo: Oft verhält es sich ja so: Wenn alles zusammenkommt und zu einer Horde wird, ist es einfacher, seine Existenz und seinen Wert zu beweisen. Als ich darüber nachdachte, wie ich es vermitteln könnte, dass in dieser Wüste permanent der Wind weht, kam ich auf die Idee, diese große Anzahl weggeworfener Flaschen und den Wind zu nutzen, um die Situation und andere weitere Dinge zu vermitteln. So kam es zu dieser Installation. Es sieht auch wie ein heiliger Ort aus, und es gibt verschiedene Betrachtungsweisen, aber ich möchte es dem Publikum überlassen.

       
      MSG: Wurden die Zeichnungen auf den Felsen von den Menschen gemacht, die heute dort leben oder stammen sie aus einer viel älteren Zeit?
       
      Shingo: Ich glaube, die Zeichnungen stammen aus der gleichen Periode wie die Nazca-Linien. Die Einheimischen glauben, dass diese Zeichnungen Botschaften an die Reisenden waren und so gezeichnet wurden, damit man sie über Berge und Hügel aus der Ferne sehen konnte.
      Sie sagten mir, es sei eine Art der Kommunikation gewesen; zum Beispiel um zu sagen, dass es an diesem Ort Lamas und verschiedene Tiere gibt. Es gibt auch Bilder, die wie Außerirdische aussehen, vielleicht waren sie ja damals dort.
       
       


      Mit unserer neuen Reihe REDISCOVERY OF THE WEEK stellen wir Ihnen ab jetzt regelmäßig Werke unserer Künstler*innen vor und beschäftigen uns mit deren Ebenen, die zu erkennen, zugegebenermaßen, auf den ersten Blick nicht immer einfach ist.

      Teil 1: Akihiro Higuchi "Insekt aus der Serie "Hana-Blume"
      Teil 2: Rikuo Ueda "Wind drawing. 28.04.2014 Rothenburgsort"
      Teil 3: Shingo Yoshida "Réprouvé (Castaway): Calama Chile Year 2018"
      Nächste Woche Teil 4: Mitsunori Kitsunai


       
       
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    • Über den Künstler Shiro Masuyama
      Neues

      17.06.2020

      Seit 2010 lebt Shiro MASUYAMA als einziger japanischer Künstler in Nordirland. Nachdem er das Tohoku-Erdbeben von 2011 in Japan miterlebt hatte, begann er, seinen Lebensstil zu überdenken, der auf Kapitalismus und Globalisierung basiert, die im hohen Tempo voranschreiten. Er bereiste Irland, Peru und die Mongolei, um die Serie "Self Sufficient Life (Autarkes Leben)" ... mehr lesen
      Seit 2010 lebt Shiro MASUYAMA als einziger japanischer Künstler in Nordirland. Nachdem er das Tohoku-Erdbeben von 2011 in Japan miterlebt hatte, begann er, seinen Lebensstil zu überdenken, der auf Kapitalismus und Globalisierung basiert, die im hohen Tempo voranschreiten. Er bereiste Irland, Peru und die Mongolei, um die Serie "Self Sufficient Life (Autarkes Leben)" zu realisieren: Eine Serie von 3 Projekten mit Tierhaaren von Schafen, Alpakas und Kamelen. Für diese Arbeiten hat er mit indigenen Völkern und Tieren zusammengearbeitet und dabei lokale traditionelle Techniken für Tierhaarbearbeitung angewendet. Nach der Realisierung der Serie strickte er mit seinen eigenen Haaren und fertigte daraus eine Spin-off-Arbeit "Stricken einer Mütze für mich aus meinem eigenen Haar" an, die jetzt in voller Länge zwei Wochen lang gezeigt wird. Ein beliebtes Projekt aus der Serie "Weaving a scarf for the alpaca I sheared using its own wool“, wird als eine 7-minütige kurze Trailerversion ebenfalls online veröffentlicht.

      Links zu den Videos von Shiro Masuyama

      ■ "Stricken einer Mütze für mich aus meinem eigenen Haar" (23 Minuten)
      Puno, Peru / Yokohama, Japan, April 2014
      Das Video ist nur vom Sonntag, 31. Mai bis Sonntag, 14. Juni zugänglich
      ■  "Weben eines Schals für das Alpaka, das ich aus seiner eigenen Wolle geschoren habe"
      7 Minuten (kurze Trailer-Version. Die Original-Version ist 45 Minuten)
      Puno, Peru, Januar 2014
      Zugänglich seit Sonntag, 31. Mai
      https://youtu.be/3Npm9fmPtmM

      ■ Shiro Masuyama-Homepage
      http://www.shiromasuyama.net

      #keepgoingTOGETHER
      https://www.eu-japanfest.org




      About the Artist Shiro Masuyama

      Since 2010 Shiro MASUYAMA has been based in Northern Ireland as the only Japanese artist. After he witnessed the Tohoku Earthquake of 2011 in Japan, he started rethinking today's lifestyle based on accelerating capitalism and globalization. He has travelled 3 counties of Ireland, Peru and Mongolia to realize “Self Sufficient Life”, a series work consisting of 3 projects for animal hair of sheep, alpaca and camel. He has worked together with indigenous people and animals using local traditional manufacturing techniques of animal furs. After finishing the series, he started to grow his hair longer to knit a beanie with his own hair. This spin-off work, "Knitting a beanie for myself using my own hair” will be online only for 2 weeks. The 7min short trailer version of "Weaving a scarf for the alpaca I sheared using its own wool”, which is a popular project from the series, will be released to the public as well.

      Links to videos by Shiro Masuyama

      ■  "Knitting a beanie for myself using my own hair”
      Puno, Peru / Yokohama, Japan, April 2014
      23 min (The video will be publicly accessible only from 31st May until 14th June)
      https://youtu.be/dAMdZLdz6Ak

      ■  "Weaving a scarf for the alpaca I sheared using its own wool"
      Puno, Peru, January 2014
      7min (short trailer version. The original version is 45min; online from 31. May)
      https://youtu.be/3Npm9fmPtmM

      ■ Shiro Masuyama-Homepage
      http://www.shiromasuyama.net

      ■ #keepgoingTOGETHER
      https://www.eu-japanfest.org




      オンライン活動資金支援プログラム#KeepgoingTOGETHER51弾は、アーティスト·増山士郎氏による映像作品2本をお届け! 531日配信開始です! 

      アーティストより

      北アイルランドにおいて2010年より唯一の在住日本人アーティストとして、活動している増山士郎。増山は2011年の3.11東日本大震災以降、世界各国で急速に進む消費主義やグローバリゼーションに、深い疑問を抱きました。そして、2012年から2015年にかけ、アイルランド、ペルー、モンゴルの三ヶ国を旅しながら、土着の人々と動物を巻き込み、現地の伝統的な動物繊維技術を用いて、それぞれ、羊、アルパカ、らくだの毛を使ったシリーズ3作品「Self Sufficient Life」を実現しました。シリーズ実現後、アーティスト自らの髪の毛を使って実現したスピンオフ作品「自分のために、自分の髪の毛で毛糸の帽子を編む」を二週間の期間限定で映像全編を公開するほか、シリーズ中の人気作品「毛を刈ったアルパカのために、そのアルパカの毛でマフラーを織る」の短縮トレーラー版をオンラインで公開します。

      ■  「自分のために、自分の髪の毛で毛糸の帽子を編む」
      ペルー、プーノ / 日本、横浜、20144
      23

      5/31(
      )6/14() 【限定公開】
      https://youtu.be/dAMdZLdz6Ak

      ■  「毛を刈ったアルパカのために、そのアルパカの毛でマフラーを織る」
      ペルー、プーノ、20141
      7
      (短縮トレーラー版 オリジナル版は45)
      5/31(
      )
      https://youtu.be/3Npm9fmPtmM

      ■ Shiro Masuyama-Homepage
      http://www.shiromasuyama.net

      ■ #keepgoingTOGETHER
      https://www.eu-japanfest.org

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    • REDISCOVERY OF THE WEEK Teil 2: Rikuo Ueda-Pink Moon - Eine Anekdote von Rikuo Ueda (2014)
      Neues

      12.06.2020

      “Schöne Musik”, murmelte ich. Die Anzeige am Armaturenbrett leuchtete im mitternächtlichen Taxi wie die Lichter der Stadt. Ich lauschte der Musik, der Wagen fuhr unter einer rotbraun verrosteten S-Bahnbrücke hindurch, bis wir nach etwa 10 Minuten in Rothenburgsort ankamen. Nach einem großen U-Turn hielt ... mehr lesen
      “Schöne Musik”, murmelte ich.

      Die Anzeige am Armaturenbrett leuchtete im mitternächtlichen Taxi wie die Lichter der Stadt. Ich lauschte der Musik, der Wagen fuhr unter einer rotbraun verrosteten S-Bahnbrücke hindurch, bis wir nach etwa 10 Minuten in Rothenburgsort ankamen. Nach einem großen U-Turn hielt er vor einem Backsteingebäude an. Der Fahrer, dem Anschein nach etwas jünger als ich, überreichte mir einen Zettel.

      Ohne mich zu bedanken nahm ich den Zettel an, worauf hingekritzelt „Nick Drake“ stand. Ich blickte zum Himmel und sah den schmelzenden rosa Mond. Als ich am nächsten Morgen mein Smartphone in die Elbe warf, tanzten Pappelflocken im frühsommerlichen Wind.



      Es kam mir vor, als ob ich mit dem Taxifahrer eine intensive Konversation geführt hatte. Ich dachte über die Feinsinnigkeit dieses Fahrers, der während seiner mitternächtlichen Fahrten dieses Lied hört, nach. Oder über seine Familie oder darüber, was für ein Leben er bisher hatte. Und ich stellte mir vor, dass auch er über mich nachdachte, den Ausländer, der zu später Stunde in seinen Wagen einstieg und lediglich „Schöne Musik.“ sagte.
      Das alles habe ich gespürt, als er mir den Zettel wortlos gab und ich ihn ohne mich zu bedanken nahm.
      Mit einem Smartphone kann man telefonieren, mailen und surfen, aber solche Unterhaltung zu führen, geht damit gar nicht.
      Es war Mai in Hamburg, Pappelflocken tanzten in der Luft wie Schnee.
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    • REDISCOVERY OF THE WEEK : Akihiro Higuchi, Insekt aus der Serie "Hana-Blume"
      Neues

      04.06.2020

      "Darf Kunst schön sein?" fragt man sich, wenn man vor manch zeitgenössischem Werk steht, das einem mehr gedacht als gemacht vorkommt. Schönheit in der Kunst - so scheint es - wird gerne als Beweis für einen fehlenden konzeptuellen Unterbau gesehen. Eine ... mehr lesen
      "Darf Kunst schön sein?" fragt man sich, wenn man vor manch zeitgenössischem Werk steht, das einem mehr gedacht als gemacht vorkommt. Schönheit in der Kunst - so scheint es - wird gerne als Beweis für einen fehlenden konzeptuellen Unterbau gesehen. Eine häufige, aber oftmals falsche Schlussfolgerung. Dies bewies die Gruppenausstellung small is beautiful (2018), deren ausgestellten Arbeiten allesamt durch unverwechselbare Schönheit bestechen, deren hintergründige Botschaften jedoch zu verkennen ein Fehler wäre.

      Mit unserer neuen Reihe REDISCOVERY OF THE WEEK stellen wir Ihnen ab jetzt regelmäßig Werke unserer Künstler*innen vor und beschäftigen uns mit deren Ebenen, die zu erkennen, zugegebenermaßen, auf den ersten Blick nicht immer einfach ist.

      Sato: Wann hast du angefangen, Insekten zu bemalen? Gab es einen Anlass dazu?

      Higuchi:
      Das hat bestimmt damit zu tun, dass ich als Kind leidenschaftlicher Insektensammler war. Ich habe so um 2002 zum ersten Mal einen Nachtfalter bemalt. Damals wollte ich mit Dingen arbeiten, die für mich wirklichkeitsnah sind. Ich dachte: Obwohl ich Insekten liebe, gibt es Insekten, die ich mag und andere, die ich nicht mag. Nicht vom Kopf, sondern vom Gefühl her. Warum eigentlich? Das ist doch ungerecht! Eine ziemlich kindliche Frage. Und so fing ich an, schöne oder niedliche Muster auf Nachtfalter zu malen, die ja im Gegensatz zu den sympathischen Schmetterlingen äußerst unbeliebt sind.
      Aber meine Arbeiten stellen keine Antworten dar und schon die Fragestellung ist falsch: Schmetterlinge und Nachtfalter leben nicht, um Menschen zu gefallen. Das Problem ist eher, dass die Menschen in dem Glauben leben, dass sie den Mittelpunkt darstellen. Das hat Jan-Frederik Rust in seinem Text sehr schön erläutert: Menschen lieben ihre Haustiere und essen trotzdem Fleisch. Higuchis Arbeiten beleuchten den unvermeidlichen Egoismus der Menschen und das Naturgesetz“ so in etwa, glaube ich.


      Sato: Besonders die Insekten-Serie erinnert mich an den Film „Nokan – Die Kunst des Ausklangs“* von Yojiro Takita, in welchem es um den Umgang mit dem Tod und die Kunst des Bestattens geht.

      Higuchi: 
      Ich finde, dass ein Kunstwerk und seine Aussagen nicht im Kopf des Künstlers vollendet werden. Ein Bildhauer kann mit Holz, Eisen oder Erde arbeiten, aber sie nicht selbst herstellen. Die Materialien waren schon da und wurden von anderen Menschen verwendet, bevor der Künstler sie nahm. Hinzu kommt, dass jeder Mensch seine eigenen Vorstellungen, Erinnerungen und Erfahrungen hat. Darin liegt das Potential, dass die Werke über den Künstler hinauswachsen. Wenn schöne Bilder, die der Künstler nicht beabsichtigt hat, in den Köpfen der Betrachter entstehen, finde ich das wunderbar.
      * "Nokan - Die Kunst des Ausklangs": Ein japanischer Film aus dem Jahr 2008 über einen Mann, der in einem Bestattungsunternehmen arbeitet. Nokan beschreibt die Zeremonie, in welcher  Verstorbene, vor den Augen ihrer Angehörigen, in einer weihevollen, stillen, sanften Zeremonie gewaschen, geschminkt und eingesargt werden.

      Sato: Als Vorbereitung deiner Werke müssen die Insekten oder alte Holzstücke und Holzskulpturen ja immer repariert werden. Was bedeuten diese Reparaturarbeiten für dich?

      Higuchi:
      Heutzutage werden die Elektrogeräte ja nicht mehr repariert. Sie erzählen einem ja, dass es sich nicht lohne, um neue Geräte zu verkaufen. Aber es wäre viel besser, wenn man die Dinge mehr wertschätzen und sie reparieren würde. Dinge, mit denen man sorgsam umgeht, werden mit der Zeit immer besser. Ich repariere die Insektenpräparate, weil ich sie mit Respekt behandeln möchte. Es gibt Reparaturarbeiten, die das Schöne der gealterten Dinge zunichte machen. Auf der anderen Seite können gute Reparaturarbeiten eine Sache wieder erstrahlen lassen.
      Bei Kintsugi* oder alten Stoffresten, die sorgsam zu einem Patchwork geflickt und zusammengenäht werden, übersteigt das Resultat das Original. Und manch technisch unbeholfene Reparaturarbeit bringt trotzdem Gutes hervor, weil sie mit Hingabe verrichtet wurde. Aus solchen Gedankenspielen habe ich meine Arbeiten der Reparatur-Serie entwickelt.
      * Kintsugi: Eine traditionelle japanische Reparaturmethode für Keramik.

      Sato: Die Arbeiten mit den Insekten beruhen auf verschiedenen Konzepten. Kannst du das Konzept der Serie „Blumen“ erläutern?

      Higuchi:
      Pflanzen schmücken sich, indem sie blühen. Wahrscheinlich, damit die Insekten sie ansehen. Und die Menschen finden sie auch schön und machen es nach. Es kann sein, dass Insekten nicht wie Menschen die Blüten schön finden, aber vielleicht empfinden sie viel mehr auf einer anderen Ebene. Es ist eine Art Schabernack, die Insektenpräparate zu bemalen. So malte ich Blüten auf bescheiden lebende Insekten, die verwelkte Blätter oder vertrocknete Gräser nachahmen.


      Sato: Was magst du an diesem Werk besonders?

      Higuchi:
      Es ist ein schwächliches Insekt, das bescheiden und still lebt, indem es Blätter nachahmt. Sogar die Beine sehen aus wie Blätter. Dieses Insekt begann sich wahrscheinlich noch lange vor der Menschheit zu entwickeln. Selbst im Verlauf der Evolution versteckt es sich in Blättern und lebt friedlich ohne Waffe. Ich denke, es ist ein sehr schönes Insekt. Verziert mit Blumen sieht es aus wie ein Kleid. Dieses Werk gehört zu meinen Favoriten.


      Sato: Woher kommt das Motiv?

      Higuchi:
       Das Blumen-Motiv kommt aus einer Zeichnung von Shibata Zeshin*, dem Maler der späten Tokugawa- und frühen Meiji-Zeit. Es war eine Vorzeichnung für die Deckenmalerei des Meiji-Palastes, der 1888 erbaut und 1945 im Krieg zerstört wurde.
      Im Waka** und Haiku gibt es eine Technik des bewussten Gebrauchs von bereits verwendeten Wörtern. Ich denke, dass die japanische Kunst und Kultur schon immer von dieser Verwendung derselben Wörter bzw. Mustern getragen wurden, die dann in die nächste Generation weitergegeben wurden.
      Ich sehe in den traditionellen japanischen Mustern oder Motiven nicht das, was wir heute Autorenschaft oder individuelle Originalität nennen. Die Originalität liegt in dem Werk selbst, aber nicht in den Mustern. Denn die Muster oder Motive wurden ja aus der vorangegangenen Ära überliefert.
      * Shibata Zeshin: Ein japanischer Maler (1807–1891), der zu den größten Meistern der Lackarbeiten des 19. Jahrhunderts gehört.
      ** Waka: Ein Genre der traditionellen japanischen Dichtkunst.



      Interessante Links und aktuelle Ausstellung von Akihiro Higuchi

      ■ Link zur Ausstellung COPY & PASTE (Museum für Kunst und Gewerbe,2020)
      https://www.mkg-hamburg.de/de/ausstellungen/aktuell/copy-paste.html

      ■ Link zur Ausstellung ÉNERGIE ANIMALE (Museum für Gestaltung Zürich, 2019)
      https://museum-gestaltung.ch/de/ausstellung/energie-animale/

       

       

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