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Yoshiaki Kaihatsu. .März 2012, über Das Haus der Politiker (Fukushima)

Künstler

Yoshiaki Kaihatsu 開発 好明

Von weitem gleichen sie winterlichen Schneepalästen. Wer aber näher an die großdimensionierten und leuchtenden Skulpturen von Yoshiaki Kaihatsu herantritt, trifft auf Styropor als ihr Baumaterial. Nicht irgendwelches, sondern geformtes Verpackungsmaterial, das ehemals Konsumgüter vor Transportschäden schützte. Unter Kaihatsus Händen verwandelt es sich in begehbare Tempel, in ein Teehaus oder in abstrakte Skulpturen. Wie Ufos leuchten diese Architekturen von innen heraus und verleihen ihnen einen Hauch von Science fiction. In „negativer“ Hinsicht sind sie das gleich doppelt. Zum einen handelt es sich bei ihnen buchstäblich um Negativformen, zum anderen schliessen ihr Material und Leuchten auch die Doppeldeutigkeiten und Ungewissheiten einer „strahlenden Zukunft” mit ein. Definitiv mit den Gefahren einer solchen Zukunft hat sich der Künstler mit einer anderen, diesmal jedoch nicht auf Styropor basierenden Arbeit auseinandergesetzt. Diesmal baute er ein kleines Holzhäuschen in der Nähe des evakuierten Dorfes Idate, nicht unweit der Reaktorruine von Fukushima. Politiker lud er ein dort zu verweilen, um über die Konsequenzen des verheerenden Tsunamis sowie weiterer epochaler Ereignisse wie 9/11 nachzudenken. Seine Arbeiten hat Yoshiaki Kaihatsu einmal mit einer sozialen Dienstleistung verglichen, deren Form er nicht als Objekte, sondern als Werkzeuge konzipiert, „die von jedem Zuschauer unmittelbar als Kunstwerke erkannt werden, mit dem Bemühen, neue Ausdrucksformen zu entwickeln.”