Akihiro Higuchi
樋口 明宏

Akihiro Higuchi gibt statt nimmt von den Tieren. Wo andere ihnen das Fell abziehen und ihre Haut gerben, um sich zu wärmen oder zu beschuhen, dreht Higuchi den Spiess um. Der Künstler kleidet die Tiere ein, mit wärmenden Ohrenschützern, mit Halskragen für Giraffen, Pullis für Bären oder Overalls für Schlangen. Ist Higuchi ein Modedesigner für die Kreatur? Man könnte meinen ja, abgesehen von der Tatsache, dass es sich bei seinen Models um ausgestopfte Tiere oder Nachbildungen handelt. Genau genommen aber erzählt Higuchi damit mehr von den Menschen als von den Tieren. Seine Skulpturen sprechen von übertriebener Tierliebe, vom Hang das Tier zu vermenschlichen und darin vom schlechten Gewissen es anderweitig zu verwerten. Auch erzählen sie von der traditionellen japanischen Kunstform Mitate, mit der zuweilen profaner Ersatz für anerkannt ästhetische Ausdrucksformen gesucht wurde. So bemalt Higuchi Hirschkäfer mit den wappenähnlichen Signaturen der Samurai, sodass ihre Form und „Beschriftung" jetzt an einen japanischen Krieger erinnern. Natur dient dem Künstler als Vorwand für Kultur, als ihr Hintergrund, indem er die Kreatur schlichtweg als Leinwand nutzt. Graue und unscheinbare Mottenkörper und ihre Flügel dekoriert Higuchi liebevoll im Stil fernöstlicher Minaturmalerei, klassisch mit zarten Blüten, modern mit comicähnlichen Pinups. Den Insekten gibt er etwas von der schillernden Pracht exotischer Schmetterlinge, indem er den Menschen gleichzeitig an seine eigennützige Aneignung des Tiers, vom Nahrungsmittel bis zur Trophäe erinnert.

CV           |          Hero (Wolf Jahn)           |          Mitate Museum (Wolf Jahn)

 

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