Taishi Urakawa
浦川 大志

Taishi Urakawa (*1994, Fukuoka, lebt und arbeitet in Fukuoka, Japan) arbeitet an der Frage, ob unser alltäglicher Gebrauch von Internet und Smartphone die Art und Weise verändert hat, wie wir Menschen unsere Umwelt bewerten und wahrnehmen. Zentral ist dabei die Frage nach der Stellung des Bildes im Zeitalter von Facebook, Twitter und Instagram. Die von Walter Benjamin bereits 1935 verloren erklärte Aura des Kunstwerks sieht Urakawa heute umso mehr in Frage gestellt, da uns das iPhone Kunst heute wortwörtlich zum Anfassen nah gebracht hat. Urakawa plädiert angesichts dessen für eine Neuauswertung der Malerei im Zeitalter der sozialen Netzwerke. Dabei greift der Künstler technisch interessanterweise auf eine Form der kritischen Affirmation zurück, die bei näherem Hinsehen manch einen an die konsumkritische Kunst der New Yorker sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts erinnern mag. So bedient er sich für seine Malerei eben jener Bildquellen, die es kritisch zu beurteilen gilt: Facebook, Google Image Search, iPhone Camera Rolls, etc. In einer Maltechnik, die virtuelle Pinselfunktionen des Gestaltungsprogramms Adobe Illustrator nachahmt, schafft Urakawa zeitgenössische Landschaftsgemälde, deren Bildräume eindeutig nicht der natürlichen, sondern virtuellen Welt zuzuordnen sind.

Taishi Urakawas Arbeiten wurden bisher in Japan in verschiedenen Solo- und Gruppenausstellungen gezeigt, darunter 2019 in Taishi Urakawa & Namonaki Sanemasa - It's not over until it's over im Contemporary Art Museum, Kumamoto, 2018 in VOCA 2018 im Ueno Royal Museum, Tokio sowie 2017 in Where sensitivity derives from im Kyushu Geibun-Kan, Fukuoka. 2018 wurde Urakawa der VOCA Preis vom Ohara Museum of Art verliehen. Arbeiten des Künstlers sind in die Sammlungen des Fukuoka Art Museum, Ohara Museum of Art, die Takahashi Collection und die Kyushu Sangyo University eingegangen.

 

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