07.03. — 19.04.2014


11.3 15.3 15.6 11.9
Yoshiaki Kaihatsu

11.3 15.3 15.6 11.9

Diese Ausstellung befaßt sich mit Zahlen als Schlüsselcodes, z.B. der Erdbeben-Tsunami-Katastrophe, die Japan am 11. März 2011 getroffen hatte, von der aber gesagt wurde, dass sie nur einmal in 1000 Jahren stattfände. Zudem mit dem internationalen Terrorismus, der das World Trade Center in New York am 11. September 2001 traf. Der 11. März als Naturkatastrophe, der 11. September als Terrorsymbol, der 15. März als von Menschen verursachte Katastrophe und der 15. Mai für nationale und weltweite Probleme — sie alle werfen viele Fragen über den Zustand der Welt auf. Nach der Explosion auf der dritten Etage des ersten Blocks des Atomkraftwerk Fukushima am 15. März, ist das gesamte Gebiet des Dorfes Idate, das vom Tsunami weitgehend verschont geblieben war, evakuiert worden. Über Jahrzehnte wird es nicht möglich sein dorthin zurückzukehren. Am 15. Mai 2000 wurde in einer gemeinsamen Nord-Süd-Erklärung zwischen Nord- und Südkorea die Übereinkunft getroffen, dass man die Vereinigung in einem föderalen Systems anstrebt.

Mehr als 10 Jahre später, nach vielen Berichten über das Kernkraftwerk Fukushima, nach vielen Arbeiten des Künstlers mit Bezug zum World Trade Center, dem Zustand des Dorfes in das kein Flüchtling je zurückgekehrt ist - nach all diesen Dingen, die mich als Künstler verändert haben, versuche ich mit einer Art typologischem Ansatz, die Dinge aus einem bedachten Blickwinkel heraus zu betrachten. Ich möchte durch diese Ausstellung, neben dem Dank für die herzliche Unterstützung aus Deutschland nach dem Erdbeben, auch meinen Respekt zollen gegenüber einem Land, dass danach als erstes den Rückzug aus der Atomenergie angekündigt hat, und das dafür eine große Aufmerksamkeit verdient.

Das Hauptthema dieser Ausstellung ist die Gegenüberstellung der mit vorgezogenen Vorhängen verlassenen unbewohnten Häuser des Dorfes Idate - Häuser, die aus eigenem Willen verlassen wurden - und Häusern, deren Eingänge vom Tsunami zerstört und die verlassen werden mußten. Viele Künstler haben Werke geschaffen aus den Photos zerstörter Häuser und Landschaften. Aber ich möchte mehr. Ich möchte über eine tiefergehende Traurigkeit und Wut, über die ruhigen Bilder hinaus, über den ernsten Zustand des jetzigen Japans erzählen.

Vielen Dank.
Yoshiaki Kaihatsu