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Mariella Mosler, Binman (Masken), 2003, Metallfolie, 42 x 30 x 6 cm

Gastkünstler

Mariella Mosler マリエラ・モスラー

Knallige Farben, spiegelnde Oberflächen und nicht selten monumentale Größe verleihen Mariella Moslers ornamentalen Boden- und Wandinstallationen aus alltäglichen, wenngleich für die Kunst ungewöhnlichen, Materialien wie Quarzsand, Haar, oder Fruchtgummi eine unwiderstehliche Anziehungskraft. Die mithilfe der Materialwahl provozierte Spannung zwischen Kunst- und Alltagsgegenstand zieht sich dabei wie ein roter Faden durch das gesamte Œuvre der in Oldenburg geborenen Künstlerin. Mosler weiß um die Ambivalenz des Ornaments, seine Außenseiterstellung in der europäischen Kulturgeschichte, die den ästhetischen Reizen der Oberfläche stets skeptisch, teils sogar feindlich gegenüberstand. Mit in situ Arbeiten wie Hundrets and Thousands - eine aus hunderttausenden, bunten Zuckerperlen gestreute Bodeninstallation - führt Mosler nicht nur das Verhältnis von Arbeitsaufwand und begrenzter Ausstellungsdauer, sondern insbesondere die Darstellung oberflächlicher Schönheit bewusst ad absurdum. Der Reiz des Schönen ist niemals nur zufälliger Nebeneffekt, sondern stets zentraler Bestandteil der künstlerischen Strategie. In der Affirmation des Verpönten, seiner Vervielfachung und Überspitzung, geht die Künstlerin gezielt auf Kollisionskurs mit den Wertvorstellungen einer Kunstgeschichtsschreibung, die bis heute künstlerische Autonomie und theoretische Tiefe zu fordern pflegt. Dass sich viele ihrer bekanntesten Vertreter nicht zu schade waren, das Authentische ausgerechnet in "primitiven" und "exotischen" Artefakten zu suchen, mag Ausgangspunkt für die 2006 begonnene und mittlerweile auf über 100 Objekte gewachsene Werkgruppe Masken gewesen sein. Auch hier verwendet Mosler einfachste Alltagsmaterialien von heute wie Schaumstoff, Kartonage oder Luftpolsterfolie und verleiht diesen nicht selten eine ironische Patinierung in Bronze, Silber oder Gold. Wenige strategisch platzierte Löcher bieten Assoziationsgrundlage für Augen, Nasen und Münder. Die Masken erscheinen hierdurch im Moment ihrer Betrachtung unverhofft zum Leben erweckt. Jede besitzt hierbei ihren eigenen unverwechselbaren Charakter.



Informationen


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